Über den Salkantaypass nach Machu Picchu

salkantay machu picchu

Wie im letzten Beitrag bereits erwähnt, nutzten wir unseren Tag in Cusco hauptsächlich dazu, uns auf unseren Trek nach Machu Picchu vorzubereiten. Der traditionelle Inka Trail kostet aber ein kleines Vermögen und muss dazu mindestens ein halbes Jahr im Voraus gebucht werden. Da ich lieber spontan reise und mich nicht gerne so weit im Voraus auf fixe Daten festlege, haben wir uns dazu entschieden, einen der Alternativtreks zu machen. Wir wählten den Salkantay Trek, der fünf Tage dauert, ziemlich grosse Höhenunterschiede überwindet, durch unterschiedlichste atemberaubende Landschaften führt und seinen Namen vom Salkantaypass hat, der mit 4600 m.ü.M. den höchsten Punkt der Route bildet.

Um 3:30 Uhr klingelte also mein Wecker und ich wachte nach einer fast schlaflosen Nacht (ein Symptom der Höhenkrankheit…) mit einer Erkältung auf. Na toll, die fünftägige Tour konnte ja heiter werden. Wir zogen uns warm an, schnappten unsere am Vorabend gepackten Rucksäcke, checkten aus dem Hostel aus und wurden sogleich von einem der Guides abgeholt und zum Rest der 20-köpfigen Gruppe gebracht. Wir fuhren mit dem Bus rund drei Stunden aus Cusco raus, hielten unterwegs kurz an, um zu frühstücken und um 9 Uhr ging es dann schliesslich los mit der Wanderung. Obwohl uns die Höhe zu Beginn noch ziemlich zu schaffen machte, gewöhnten wir uns immer mehr daran und wurden glücklicherweise auch von der wunderbaren Landschaft abgelenkt. So gegen 15 Uhr kamen wir dann ENDLICH in unserem Camp an (mein Blutzuckerspiegel hatte sich bemerkbar gemacht und mir war bereits schwindlig vor Hunger!) und konnten uns stärken. Danach folgte die wahrscheinlich schwierigste Etappe des ganzen Treks (die eigentlich nur optional war): Von unserem Camp aus konnten wir ein Stück weit den Hügel hochgehen, wo sich angeblich ein schöner Bergsee befand. Obwohl der Aufstieg „nur“ etwa eine Stunde dauerte, hatte er es ganz schön in sich, denn wir kämpften alle extrem mit der Höhe (rund 4000 m.ü.M.). Ich war ein paar Mal kurz davor, aufzugeben und umzukehren, habe dann aber doch durchgebissen und schliesslich den See erreicht! Danach war die Sonne schon fast weg, wir gingen zurück ins Camp und zogen weitere Schichten an, damit wir für die bitterkalte Nacht gewappnet sein würden. Wir assen zu Abend und gingen dann alle direkt ins Bett (bzw. in den Schlafsack, denn wir zelteten), da niemand länger als unbedingt notwendig in der Kälte sein wollte. Und auch weil wir am nächsten Tag bereits um 5 Uhr aufstehen mussten.

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Der besagte Bergsee. Leider war halt die Sonne schon hinter den Bergen, als ich endlich ankam. Er war trotzdem sehr schön.

Der zweite Wandertag sollte der anstrengendste des ganzen Treks werden mit rund vier Stunden Auf- und dann sechs Stunden Abstieg. An diesem Tag überquerten wir nämlich den Salkantaypass mit seinen 4600 m.ü.M.!

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Wir haben es geschafft!! Der höchste Punkt des Treks ist erreicht. Von nun an ging es praktisch nur noch bergab oder geradeaus.

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Unsere Trekkinggruppe, zusammengesetzt aus Leuten aus Brasilien, den USA, Belgien, Marokko, Kanada, Australien, Argentinien und natürlich der Schweiz.

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Unser Guide Wilfredo, der uns auf dem Salkantaypass eine Unterrichtsstunde zur Inkakultur hielt, während wir alle fast einschliefen. Wir hatten ja auch gerade einen vierstündigen Aufstieg hinter uns!

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Fotosession auf der Passhöhe.

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Alsbald wir den Salkantaypass hinter uns gelassen hatten, veränderte sich die Landschaft. Aus Felsen, Gletschern und Kargheit wurden üppiger grüner Regenwald und wärmere Temperaturen. So wurde unsere zweite Nacht im Zelt viel angenehmer und wir konnten dank der tieferen Lage auch endlich mal wieder richtig schlafen.

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Am dritten Tag gingen wir hauptsächlich geradeaus und unser Gepäck wurde nun sogar mit Autos (und nicht mehr mit Maultieren wie vorher) transportiert, denn wir bewegten uns inzwischen auf befahrbaren Strassen. Da unser Mittagessen heute auf einer Kaffeefarm serviert wurde, gab es für uns nach dem Essen den wohl frischesten – und stärksten! – Kaffee, den wir je getrunken haben. Mit dem Minibus kutschierten sie uns danach bei voll aufgedrehtem Reggaeton nach Santa Teresa, wo wir in den heissen Quellen baden konnten. Am Abend tanzten wir unsere müden Beine noch müder bei Lagerfeuer und Inka Tequila.

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Am vierten Tag stand eine neue Aktivität auf dem Programm: Ziplining! Am Abend zuvor hatte uns die Ziplining-Firma ihr Angebot mit einem Video schmackhaft gemacht, worauf wir uns natürlich alle dafür anmeldeten. Leider kann ich aber davon nichts berichten, denn als wir dort ankamen, wurde ich von einem sehr seltsamen Migräneanfall heimgesucht und nahm deshalb doch nicht teil. Ich hoffe aber, dass ich das Ziplining irgendwann auf meiner Reise mal noch nachholen kann!

Per Minibus ging es vom Ziplining zu unserem Mittagshalt in Hidroeléctrica, von wo aus wir den Gleisen entlang noch einmal etwa drei Stunden nach Aguas Calientes wanderten. Aguas Calientes ist die Touristenstadt unterhalb von Machu Picchu, in der jede/r, die/der nach Machu Picchu will, mindestens eine Nacht schlafen muss. So also auch wir. Wir bezogen unser Hostel (endlich kein Zelt mehr!), genossen die erste Dusche des Treks (vorher gab es keine Gelegenheit dazu) und assen dann ein letztes Mal alle zusammen.

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Am nächsten Morgen standen wir bereits um 4 Uhr wieder auf und machten uns auf den Weg zur Brücke unterhalb von Machu Picchu, die um 5 Uhr morgens aufmacht. Um 5:10 Uhr öffnete die Brücke, wir strömten hinein und machten uns daran, die fast 2000 Treppenstufen bis nach Machu Picchu zu erklimmen. Etwa eine Stunde dauerte der Aufstieg und wir waren komplett nassgeschwitzt, als wir endlich oben ankamen. Wir wechselten das T-Shirt und starteten die Tour mit unserem Guide, der uns ein paar besondere Orte zeigte und ein paar interessante Anekdoten erzählte. Ich war aber so sehr mit Fotografieren und Staunen beschäftigt, dass ich hier leider keine der Informationen wiedergeben kann. Dafür habe ich ein paar tolle Fotos für euch. 😉

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Der erste Blick auf Machu Picchu
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Baby-Lamas!!

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Um etwa 10 Uhr kamen dann die grossen Touristenbusse an und Machu Picchu wurde regelrecht überrannt – jeden Tag besuchen 2500 Menschen Machu Picchu! Da wir bereits fast vier Stunden hier waren, gingen wir zurück nach Aguas Calientes und wanderten wiederum die drei Stunden nach Hidroeléctrica, wo unser Bus nach Cusco fuhr.

So war also meine zweite Trekkingerfahrung nach dem Ciudad Perdida Trek in Kolumbien. Komplett anders, aber nicht weniger beeindruckend und wiederum eine wunderbare Erfahrung mit tollen Leuten.

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