Abenteuer im Amazonas

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Aus der Kühle Bogotás direkt in die schwüle Hitze des Amazonas!

Die Stadt Leticia, meine nächste Destination, befindet sich im allersüdlichsten Zipfel Kolumbiens am Dreiländereck Kolumbien – Brasilien – Peru. Der Flughafen hier ist so klein, dass man sich beim Landeanflug – während man den Baumwipfeln des Amazonas immer näher kommt – fragt, wo denn hier mitten im Dschungel endlich die Landebahn anfängt. Danach wartet man, während die Flughafenarbeiter direkt neben einem die Koffer auf das Gepäckband hieven. Und nach zehn Schritten durch das Flughafengebäude steht man auf der anderen Seite, wo die Taxis und TukTuks bereits warten, um einen ins Städtchen zu fahren.

Ich liess mich also zu meinem Hostel fahren, das mehr eine familiäre Pension war, geführt mit viel Liebe von der mütterlichen Luisa. Vor meiner Ankunft im Amazonas hatte ich mir (eigentlich wie immer) noch nicht gross überlegt, was ich dort genau machen wollte. Ich setzte mich deshalb zu Luisa an die Reception und liess mir die verschiedenen Aktivitäten erklären, die man in der Region unternehmen kann. Gleichzeitig mit mir angekommen war auch eine Mexikanerin, Olivia, also beschlossen wir, den Amazonas gemeinsam zu erkunden.

Am ersten Nachmittag spazierten wir in drei verschiedenen Ländern: Wir fingen in Leticia an, nahmen vom Hafen aus ein kleines Boot über den Fluss nach Santa Rosa, die kleine peruanische Insel im Amazonas, wo wir zu Mittag assen und nahmen danach wiederum ein Boottaxi, dieses Mal nach Tabatinga, die brasilianische Grenzstadt.

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Wieder zurück auf kolumbianischem Boden suchten wir den Kirchturm, von dem aus man angeblich eine tolle Aussicht über die Stadt und über den umliegenden Regenwald haben soll. Wir kamen genau rechtzeitig für den Sonnenuntergang und für ein Phänomen, das wir überhaupt nicht erwartet hatten: Tausende und abertausende kleine Papageien sammelten sich hoch über der Stadt und kamen dann im Sturzflug wie kleine Kampfjets heruntergestürzt. Das ganze Schauspiel dauerte sicher 45 Minuten und verursachte einen Heidenlärm! Aber es war ziemlich eindrücklich (trotz des ganzen Vogeldrecks, der danach den Park bedeckte).

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Am nächsten Tag fing unser eigentliches Programm an. Erster Programmpunkt: eine Bootsfahrt nach Mocagua, wo wir die Stiftung Maikuchiga besuchten, die ein Affenschutzgebiet unterhält. Nach einem kurzen Spaziergang durch den Dschungel, während dessen uns unser Guide allerhand über die Affen, die Pflanzen und die Stiftung erzählte, kamen wir zum eigentlichen Schutzgebiet, wo wir bereits von den Affen erwartet wurden. Die Affen, die hier gepflegt und gefüttert werden, stammen hauptsächlich aus illegalem Handel oder sind Waisen. Sie werden von den Mitarbeitern der Stiftung aufgepäppelt und schliesslich wieder zurück in die Natur gelassen. Die Stiftung kümmert sich ausserdem darum, dass die geschützten Affenarten nicht gejagt werden, dass die Bevölkerung über Arten- und Naturschutz aufgeklärt wird und um die Erhebung von Statistiken über die verschiedenen Affenpopulationen. Sie leisten sehr gute und wertvolle Arbeit und die Affen liegen ihnen echt am Herzen. Leider kann ich hier keine Webseite verlinken, denn es gibt keine – falls ihr aber einmal in Leticia sein solltet, fragt unbedingt nach der Stiftung Maikuchiga! Ein Besuch lohnt sich und trägt dazu bei, die bedrohten Affenarten zu schützen.

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Und so sieht eine wild wachsende Ananas an der Staude aus! :-)

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Wir assen in Mocagua zu Mittag und nahmen dann wiederum ein Boot, das uns dieses Mal nach Puerto Nariño brachte. Dort wurden wir bereits von einem Hostelmitarbeiter erwartet, der uns mit seinem Boot zu unserem Übernachtungsort im Dschungel brachte. Wir verbrachten den Abend in unserem Dschungelhostel mit ein paar Affen, Hunden, ganz vielen Moskitos und einem frauenfeindlichen Papageien.

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Am zweiten Tag unserer selbstgebastelten Dschungel-Expedition unternahmen wir eine Bootstour, die uns zuerst zu speziellen Bäumen führte, deren Harz wie ein Betäubungsmittel wirkt und von den indigenen Stämmen immer noch so verwendet wird.

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Seht ihr den Flussdelfin hinten links im Bild? Wir haben ein paar davon gesehen, aber das war der einzige, den ich mit der Kamera erwischt habe. Nur leider habe ich keine rosa Delfine gesichtet.

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Danach führte uns unser Guide mit dem Boot und unter Einsatz seiner Machete in den überfluteten Regenwald hinein, wo er uns einen riesigen Parasitenbaum zeigte. Alle „Stämme“, die ihr auf den beiden folgenden Fotos seht, gehören zum selben Baum!

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Und dann kam der Höhepunkt der Bootstour: Wir konnten in den Amazonas reinspringen! Unser Guide versicherte uns, dass zu dieser Jahreszeit keine Piranhas in diesem Teil des Flusses sein sollten und dass die 6-7m grossen Paiche (eine Fischart des Amazonas) nicht angreifen. Da das Wasser aber so trüb war, dass wir nicht einmal unsere eigenen Füsse sahen, war uns doch nicht sonderlich wohl und nach etwa fünf Minuten verliessen wir das Wasser wieder. Ich bin aber trotzdem ziemlich beeindruckt von mir selbst, dass ich mich dazu überwunden habe, denn wer mich kennt, weiss, dass ich grosse Angst habe vor allem, was im Wasser lebt.

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Danach fuhren wir wieder zurück nach Puerto Nariño und dann nach Leticia, wo ich am nächsten Tag meinen Ausreisestempel aus Kolumbien und meinen Einreisestempel nach Peru holte, damit ich am folgenden Tag mit dem Boot nach Iquitos, die peruanische Amazonasstadt, fahren konnte.

Das Boot fuhr um 4 Uhr morgens los und die Fahrt dauerte zwölf lange und unbequeme Stunden. Dafür wurde ich mit einem wunderschönen Sonnenaufgang über dem Amazonas belohnt.

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2 thoughts on “Abenteuer im Amazonas

  1. Was ist los mit diesen Papageien. Weshalb stürzen die sich in Massen vom Himmel und weshalb war der andere Papagei frauenfeindlich?

    1. Die kleinen Papageien, die immer zu Sonnenuntergang nach Leticia strömen, kommen angeblich aus dem Dschungel zurück in die Stadt, um dort die Nacht zu verbringen. Wieso der andere Papagei frauenfeindlich ist, weiss ich auch nicht. Aber er hat alle Frauen angeschrien und ihnen nachgepfiffen und die Männer in Ruhe gelassen. Komischer Vogel!

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