Un paseo al Parque Cocora y a Salento (und Hallo aus Kolumbien!)

Ich bin in Kolumbien! Endlich kann meine langersehnte Reise auf dem südamerikanischen (Halb-)Kontinenten beginnen.

Als ich am Freitagabend nach einem ziemlich unspektakulären und ruhigen Flug (mit Zwischenstopp in Miami) in Medellín ankam, regnete es in Strömen. Hm, soviel also zu „Ich fliege in die Wärme und in die Stadt des ewigen Frühlings.“ Zum Glück kam dieses Mal auch mein Gepäck gleichzeitig wie ich an und ich wurde wie abgemacht am Flughafen bereits von einem Fahrer erwartet. Über kurvige und hügelige Strassen (Hallo kolumbianische aka halsbrecherische Fahrkünste) brachte er mich in die Stadt zu meiner Gastfamilie im Quartier El Poblado. Ich wurde herzlich empfangen – natürlich nur auf Spanisch! – und wurde auf der Stelle gefragt, ob ich die Familie am Wochenende in den Süden aufs Land begleiten möchte. Der folgende Montag war nämlich ein Feiertag, deshalb hatten sie ein verlängertes Wochenende ausserhalb der Stadt geplant. Natürlich habe ich gleich zugesagt (was sonst?).

Am nächsten Tag kamen so gegen Mittag mein Gastbruder Jonathan und seine Freundin Lina vorbei, die in einem anderen Teil Medellíns wohnen. Wir assen alle zusammen zu Mittag und machten uns dann langsam bereit für die vierstündige Autofahrt, die uns erwartete. „Lieber Gott, bitte beschütze uns auf dieser Reise und sende uns deine Engelein, damit sie uns begleiten.“ sagte meine Gastmama Anabel vor sich hin, als wir die Garage verliessen. „Na das fängt ja gut an!“ dachte ich mir und bereitete mich mental auf eine gefährliche Autofahrt vor. Ich kann euch aber beruhigen, denn ausser ein paar ziemlich knappen Überholungsmanövern war die Fahrt sehr ruhig und eigentlich recht angenehm. Ich habe erst im Nachhinein herausgefunden, dass meine Gastmama generell ziemlich gläubig ist und deshalb das kurze Gebet gesprochen hat. Auf jeden Fall kamen wir heil auf der Finca in Pereira an, wurden herzlich empfangen vom Rest der Familie und den Gastgebern und assen gleich einmal ausgiebig Znacht. Der Herr des Hauses, ein älterer, korpulenter Mann namens Dario, machte es sich zur Aufgabe des Abends, mir jeden einzelnen Schnaps seines Alkoholschranks anzubieten. Es fing mit verschiedenen Cervezas an, ging über zu Wein und dann zu Aguardiente colombiano, bis er schliesslich auf einmal mit einer 2l Flasche Rum neben mir stand und mir zuzwinkerte. Ich habe trotzdem abgelehnt, da ich das Gefühl hatte, dass ich krank werde und deshalb meinem Körper nicht noch mehr zumuten wollte. Dario zeigte Verständnis.

Für den folgenden Tag hatten sich meine Gasteltern (Rodrigo y Anabel) ein ehrgeiziges Programm überlegt, das sie mit mir realisieren wollten. Als Erstes fuhren wir zusammen in den Parque Cocora, einen Nationalpark, der vor allem für seine ganz hohen Palmas de Cera (Wachspalmen) bekannt ist, die sogar auf einer der kolumbianischen Banknoten (ich glaube auf der 50’000er?) abgebildet ist. Eine sehr eindrückliche Gegend, vor allem auch wegen des Nebels, der dem Ganzen einen sehr mystischen Touch gab.

Parque Cocora Colombia

Parque Cocora Colombia

Am Eingang des Parks befindet sich eine Forellenzucht, die wir natürlich auch besichtigten. Meine Gasteltern kauften für uns alle Fischfutter, damit wir auch ein bisschen Action sehen würden. 🙂

Parque Cocora Colombia Trucha

Parque Cocora Colombia Trucha
Yo con Rodrigo y Anabel, mis papás colombianos

Parque Cocora Colombia Trucha

Nach der Besichtigung der Fischzucht fand mein Gastbruder Jonathan, der mit dem Velo von Pereira hergefahren war (er ist ein begeisterter Ciclista), dass wir nicht wieder gehen können, bevor wir nicht den Park auf Pferden reitend erkundet haben. Da der Park ja eine geschützte Zone ist, darf man nicht mit dem Auto rein sondern nur zu Fuss oder hoch zu Ross. Jonathan und ich buchten also zwei Pferde und einen Führer für eine halbe Stunde (im Nachhinein war ich froh, dass wir nur die kurze Runde gebucht hatten, mir tat so schon alles weh nach dem Ritt) und schwangen uns auf die Tiere.

Parque Cocora Colombia
Ja, so sieht jemand aus, die noch nie in ihrem Leben selbst geritten ist und versucht, die Angst vor dem grossen Tier mit einem Lächeln zu überdecken.
Parque Cocora Colombia
Mein Gastbruder Jonathan
Parque Cocora Colombia
Parrandera hiess mein Pferd. So bezeichnet man jemanden, der gerne ausgeht und tanzt und Party macht. Diese Erläuterung hat mich nicht unbedingt beruhigt, als ich so hilf- und wehrlos auf dem hohen Pferd sass…

Parque Cocora Colombia

Parque Cocora Colombia
Parrandera machte seinem Namen alle Ehre.

Parque Cocora Colombia

Parque Cocora Colombia
Jonathan mit seiner GoPro – so sind die coolen Bilder von mir auf dem Pferd entstanden! ;-)

Parque Cocora Colombia

Parque Cocora Colombia

Parque Cocora Colombia

Nach dem Ausritt im Parque Cocora steuerten wir unser zweites Ziel des Tagesausflugs an, das wunderhübsche Städtchen Salento. Es befindet sich im Eje Cafetero, der Kaffeeanbauzone Kolumbiens, und hat ein bunt verziertes Haus am anderen, so wie es für diese Region üblich ist. Leider war das Städtchen ein bisschen mit Touristen überlaufen und verregnet als wir da waren, aber es war trotzdem sehr hübsch anzusehen und wunderbar idyllisch. Aber seht selbst!

Salento Colombia Eje Cafetero

Salento Colombia Eje Cafetero

Salento Colombia Eje Cafetero

Salento Colombia Eje Cafetero

Vor allem für die farbigen und aufwändig verzierten Balkone ist Salento bekannt.

Salento Colombia Eje Cafetero

Salento Colombia Eje Cafetero

Salento Colombia Eje Cafetero

Salento Colombia Eje Cafetero

Salento Colombia Eje Cafetero

Den zweiten Tag unseres Wochenendes auf der Finca verbrachten wir entspannt zuhause im Garten und am Pool und am Nachmittag mussten wir auch bereits wieder die Fahrt zurück nach Medellín antreten. Der Ausflug (oder eben paseo) war ein genialer Start in meine Zeit in Kolumbien und ich glaube, ich habe mich bereits ein klein wenig in das Land und seine überaus herzlichen und liebenswürdigen Leute verliebt. Dazu aber ein andermal mehr!

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